Liebeskummer ade
Das Bett ist zu groß, der Alltag zu einsam und beim Abendessen bleibt immer viel zu viel übrig. Man hat sich noch nicht an das Alleine-Sein gewöhnt und auch die Gefühle für den Ex sind noch spürbar. Dazu mischt sich die Frustration, einen wichtigen Teil seines Lebens verloren zu haben. Existenzängste, Einsamkeit, Verzweiflung.
Jeder erlebt mindestens einmal im Leben herzzerreißenden Liebeskummer, keiner bleibt davor bewahrt. Doch das Leben geht weiter – die bedrückende Phase geht vorüber und irgendwann ist man bereit für einen Neuanfang.
Für die Verarbeitung von Liebeskummer sowie inneren Verletzungen gibt es dabei unterschiedliche Möglichkeiten.
Zunächst sollte man sich selbst genügend Zeit geben, um Vergangenes abschließen zu können; dazu gehört auch, die immer wiederkehrende Traurigkeit zuzulassen.
Doch so schlimm die Krise auch wirken mag: Irgendwann ist sie wieder vorbei.
Mit vertrauten Menschen – also Freunden oder Familie – über Gefühle und Sorgen zu sprechen, hilft, Gedanken zu schlichten und sich Klarheit zu verschaffen. Diese Vertrauenspersonen wissen mitunter, wie sie weiterhelfen den »Liebeskranken« in dieser Ausnahmesituation unterstützen können.
Um sich selbst zu therapieren und die eigene Psyche besser zu verstehen, gibt es eine Unmenge an Ratgebern – Bücher, die aufzeigen, wie man mit Trauer, Einsamkeit oder auch Wut und Hass umgehen als auch den Trennungsschmerz überwinden kann.
Die Arbeit an sich selbst, das Auseinandersetzen mit den eigenen Gefühlen ist unerlässlich, um eine Trennung gut zu verschmerzen.
Es ist wichtig, die Zeit auch alleine genießen zu lernen und sich Zeit zu geben, die Wunden heilen zu lassen. Es ist keine leichte, aber eine notwendige Aufgabe, das Glück und die Freude nicht vom (Ex-)Partner abhängig zu machen, um so die Vergangenheit hinter sich lassen und mit den neuen Gegebenheiten zurecht kommen zu können. Wichtig ist, sich selbst zu lieben und zu wissen, dass man liebenswert ist.
Vorerst sollten Orte, an denen man mit dem früheren Partner glückliche Stunden verbracht hat, gemieden werden. Vielen Menschen hilft es, Fotos oder Gegenstände, die an den anderen erinnern, wegzuräumen oder sogar zu entsorgen.
In keinem Fall ratsam ist es, schöne gemeinsame Erinnerungen bei trauriger Musik aufleben zu lassen – wenn man an die gemeinsame Vergangenheit denken will, dann wäre es empfehlenswert, sich die negativen Erlebnisse beziehungsweise Eigenschaften des (Ex-)Partners vor Augen zu halten.
Sport kann ebenfalls als Mittel gegen Liebeskummer wirken. Bewegung lenkt ab, ist gut für den Körper und kann mitunter Glück und Erfolgserlebnisse bereiten. Allgemein kann man seine negative Gedanken abschalten, in dem man sich mit anderen Tätigkeiten beschäftigt: Malen, tanzen, Kurse aber auch Hausarbeit können für völlig andere Gedanken sorgen.
Ist die Trennung allerdings noch nicht lange her, gelingt es kaum, Gedanken an die vergangene Beziehung zu vermeiden. Um die seelische Last zu erleichtern, kann es helfen, Tagebuch zu führen. Hier werden alle Ängste oder Erinnerungen niedergeschrieben – ähnlich wie auch wiederholte Gespräche mit Vertrauenspersonen kann dies zum Heilungsprozess beitragen.
Manch einer verspürt in diesem Schmerz das Verlangen, die Trauer mit Essen und Trinken zu überwinden: Süßigkeiten, übermäßiger Alkoholkonsum oder regelmäßiges »Frustessen« helfen aber nicht weiter, sondern verursachen mitunter zusätzliche Schwierigkeiten. Man fühlt sich im eigenen Körper mitunter nicht wohl, verliert sich in einer Sucht und hat somit ein weiteres Problem zu lösen.
Andere wiederum vergessen ihr Leid, wenn sie sich in sexuelle Abenteuer stürzen. Achtet man dabei auf Sicherheit und auch die Gefühle des anderen, ist es durchaus auch in Ordnung, mit Hilfe von durchlebter Lust den Liebeskummer hinter sich zu lassen.
Dem Expartner das Leben durch Beschimpfungen oder »Telefonterror« zu erschweren, ist ebenfalls kontraproduktiv. Die Konzentration sollte ausschließlich auf das eigene Leben gelenkt werden, sodass man mit sich selbst wieder ins Reine kommt. Weiters wäre es zu empfehlen, nicht mehr als nötigen mit dem Expartner in Kontakt zu treten, da Freundlichkeit mitunter falsch verstanden wird und somit ebenso falsche Hoffnungen geweckt werden können.
Stellt sich aber heraus, dass die beschwerliche Zeit nicht vorübergehen will und man jeglichen Kontakt zur Außenwelt meidet, sollte ein Psychologe zu Rate gezogen werden.
Jeder ist seines Glückes Schmied – um Trauer zu verarbeiten, muss die Psyche hart schuften. Es ist daher legitim, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Jeder Mensch versucht, die Zeit, die ihm auf dieser Erde gegeben wird, zufrieden zu verbringen – wie er das macht, bleibt ihm überlassen – Hauptsache er ist dabei erfolgreich.