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22.04.2009

Eifersucht – die Eigenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft

von Dr. Meta Raunig-Hass

Raunig-Hass

Wer eifersüchtig ist, kennt das Gefühl: die nagende Ungewissheit, die sich schnell verselbstständigt und bald zur „scheinbaren“ Gewissheit verdichtet: Er oder sie betrügt mich!!

 

Aber nicht selten spielt uns dabei einfach unsere Fantasie einen Streich, wir setzen Puzzlesteine falsch zusammen oder hören auf die falschen Ratgeber. Und bewirken damit gleichzeitig beim Partner Reaktionen, die - im Idealfall - von Belustigung bis – weit öfter – Ärger oder Kränkung reichen. Und in den meisten Fällen Konflikte und Beziehungskrisen heraufbeschwören.


Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich spreche jetzt nicht von jenem Gefühl, das entsteht, wenn ein Partner ungeniert mit anderen flirtet oder gar fremdgeht, sondern von jener Empfindung, die sich sofort beim leisesten Verdachtsmoment, bei der kleinsten Verspätung, dem unverfänglichsten Gespräch entwickelt, sich selbständig nährt und wächst. Und die einem selbst – ebenso wie dem Partner – das Leben zur Hölle macht, ohne dass man etwas dagegen tun kann.

 

Dem ist aber nicht so! Denn wenn man die Ursache für diesen verhängnisvollen Hang kennt, kann man sich sehr wohl davon befreien. Und diese Ursache findet sich sehr rasch bei einer Analyse der eigenen Anlagen und Potenziale. Sei es, dass das Bedürfnis nach Kontrolle betont ist, dass eine Neigung dazu besteht, den eigenen Selbstwert gering einzuschätzen – oder man z.B. dazu tendiert, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, die gar nichts mit einem zu tun haben (um hier nur ein paar der verschiedenen Möglichkeiten aufzuzählen) – in jedem Fall ist es enorm hilfreich, mit Hilfe des Human Design einmal hinter seine eigenen Kulissen zu schauen und sich selbst zu verstehen. Und damit schließlich auch die Kontrolle über dieses scheinbar unkontrollierbare Verhalten zu erlangen.

Aber auch für den anderen ist es hilfreich ist, die „genetische Landkarte“ seines (eifersüchtigen) Partners zu kennen, die damit verbundenen Verhaltenmuster zu verstehen und sie oder ihn im Umgang damit zu unterstützen. Das daraus resultierende gegenseitige Verständnis sorgt in der Folge schon bald dafür, dass auch andere strittige Beziehungsthemen so gelöst werden können.


Dieses gegenseitige Verständnis ist übrigens auch die Voraussetzung, wenn die Eifersucht berechtigt war, man tatsächlich betrogen wurde und es nun darum geht, mit diesem Vertrauensbruch umzugehen. Denn wenn die grundsätzliche Bereitschaft besteht, an der Beziehung weiterzuarbeiten und zu verzeihen, dann ist der (Wieder)-Aufbau von Vertrauen erforderlich, und dafür bedarf es noch mehr des gegenseitigen Verständnisses, das wiederum ein gegenseitiges Verstehen voraussetzt!


Wie dem auch sei – ob also berechtigte oder unbegründete Eifersucht – sich selbst kennen zu lernen, seinen individuellen Verhaltensmustern auf den Grund zu gehen und z.B. auch zu verstehen, warum so genannte Patentrezepte bei dem einen so gut und bei einem selbst eben gar nicht funktionieren – die Kenntnis der eigenen, ganz individuellen „Gebrauchsanleitung“ hilft enorm im Umgang mit sich selbst ebenso wie mit den anderen.


 

Dr. Meta Raunig-Hass
Kommunikationsberatung & Human Design
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